
Um herauszufinden wie sich Freiheit anfühlt reiste Harald Martenstein quer durch Deutschland. Sein einziger Begleiter sollte der Zufall sein Und ein Buch des Soziologen Alain Ehrenberg.
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"Freiheit verursacht Depressionen." Jede freie Entscheidung, erklärt Soziologe Ehrenberg, bedeutet Verzicht. Noch vor wenigen Generationen war, durch unsere soziale Herkunft, durch Normen und Traditionen vieles geregelt. Die Menschen standen unter Zwängen. Aber sie waren nicht verantwortlich. Schuld am Glück oder Unglück ihres Lebens waren im Wesentlichen andere. Heute dagegen bin ich selbst schuld, wenn mein Leben mir misslungen erscheint. Heute ist jede Entscheidung zugleich eine Absage an 1000 andere Möglichkeiten. Wählen heißt verzichten. Studiere ich Jura, teile ich einer Karriere als Arzt eine Absage. Fliege ich nach Spanien, entscheide ich mich gegen Schweden.
Ehrenberg, schreibt außerdem, dass die Gesellschaft, in der wir leben, uns nicht mehr zur Gefügigkeit zwingt, sondern zu permanenter Initiative, zu ununterbrochenem Individualismus. Auch das kann Unterdrückung sein und einen fertigmachen. Eine mögliche Befreiung bestünde demnach wohl darin, sich ohne die ständige Frage danach, wer man ist und was man will, einfach treiben zu lassen. Spiegel-Autor Martenstein: "Es ist ein großartiges Gefühl, an einem Bahnhof zu stehen, und alles darf einem egal sein. Kein Termin, keine Eile, keine Pläne – nicht einmal der Zwang, sich zu entscheiden. Nur eine vage Neugier darauf, wo man am Abend wohl zu Bett gehen wird."
Ich lasse diesen Artikel erst Mal unkommentiert. Bin sehr gespannt auf eure Meinungen.
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Martenstein ¦ Freiheit ¦ Alain Ehrenberg
mrpink - 20. Feb, 14:56 | Kategorie:
Lebensfreude