2006: Schweden

Fernweh: Kanu fahren in Schweden



Mit dem Kanu durch absolute Wildniss in Schweden? Zu den Texten. Zu den Bildern.

Foto by travelpassion, Schweden 2006

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Schweden 2006

titelschwedenVom 31. Juli bis zum 13. August 2006 paddelten wir mit dem Kanu durch die unberührte Natur. Bei tollem Sommer Wetter hieß es für Stefan und mich Abenteuer pur. Aber auch chillen, Sonnenuntergänge, Fische fangen und Feuer machen stand auf dem Programm. Back to the roots. mehr...

Man lernt viele Dinge ganz anders zu schätzen

Ganz für mich alleine stehe ich im seichten Wasser, dass mittlerweile wärmer ist als die Außentemperatur. Die Sonne geht unter und verschwindet am Horizont. Nur im Norden ist weiterhin ein helles Licht zu erkennen. Ich rauche eine Zigarette und während ich der Gitarre Jack Johnsons lausche, lasse ich diese zehn Tage in meinem Kopf Revue passieren…


In Gedanken

Unsere Kanutour in Schweden war ein unvergessliches Ereignis, mit tollen Eindrücken und der Erfahrung einmal komplett in der Natur zu leben. Strecken bekommen eine neue Dimension und die Kraft der Natur wird einem immer wieder deutlich bewusst. Man lernt einen Alltag kennen, indem die Selbstversorgung bzw. die Geborgenheit und Sicherheit, die einem ein schöner Platz bietet in den Mittelpunkt rückt.

Ein schöner Sonnenuntergang, ein Lagerfeuer, der Sternenhimmel, ein gutes Essen: Man wird sensibler für Alltägliches und lernt viele Dinge ganz anders zu schätzen. Schon alleine die unvergleichliche Stille sobald die Sonne unterging, war die Reise schon wert. Paddeln, angeln, kochen, Feuer machen, einfach nur in der Hängematte liegen, neue Plätze erkundschaften, lange Gespräche führen…


Die Stille werde ich vermissen

Eine Reise auf der ich viel über mich, aber auch vor allem über Stefan gelernt habe. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Kurz sitze ich noch da und schaue hinaus aufs Wasser. Dieses unerbittliche Gefühl des Fernwehs, obwohl ich noch gar nicht Daheim bin, schleicht sich wieder ein. Ich schiebe es zu Seite und ersetze es durch all die fantastischen Bilder und tollen Momente dieser Reise. Zufrieden und mit einem Lächeln auf den Lippen lege ich mich schlafen.

mehr Fotos gibt es auf www.flickr.com

Geheimtipp und frischer Fisch

Zwei Tage zuvor teilten wir uns einen Platz mit einer norwegischen Familie. Ein Vater verbrachte mit seinem Sohn und einer Freundin des Sohnes ein Wochenende in der Natur: Was ich sehr cool finde. (By the way: Norwegen liegt genau auf der anderen Seite des Seengebietes. Also von diesem Platz aus, ungefähr 2 Std entfernt.) Während die Teenies noch schwimmen waren, machten wir es uns mit dem Norweger am Feuer gemütlich. Er hatte noch ausreichend kühles Bier und lud uns ein. Wir plauderten über Gott und die Welt und aßen ein „reines Welt Steak“ (für das wir Mittags, 8km gelaufen waren!). Im Laufe des Abends erzählte er uns von einem Autofriedhof auf der norwegischen Seite. Zwei verrückte Typen hätten in der 50ern angefangen Autos zu sammeln und die im Wald zu horten. Er wusste jedoch nur ungefähr wo sich der Platz befinde und in der Bierlaune vergaßen wir dann auch detaillierter nachzufragen.

Zwei Tage später paddelten wir die norwegische Seite entlang. An einem Steg, meinten wir scherzhaft, dass das doch vielleicht die Stelle sein könnte. Wir beschlossen 20 Minuten in den Wald rein zulaufen und falls wir nichts fänden wieder umzukehren. Bei hochsommerlichen Temperaturen war der Spaziergang durch den Wald eine willkommene Abwechslung. Wie es der Zufall so wollte, oder besser: aufgrund unseres Spürsinns fanden wir den Autofriedhof tatsächlich. Nach einer viertel Stunde sahen wir die ersten Autos und waren sofort begeistert.


Geheimtipp Autofriedhof


Spaß auch an Land

Man konnte erkennen, dass zuerst die Autos da waren und der Wald praktisch außen herum gewachsen ist. Autos wie aus alten James Dean Filmen, alte Bullies, Traktoren, Laster, große Busse - und alles gestapelt. Teilweise türmten sich vier, fünf Autos übereinander vor uns auf. Mit offenem Mund kämpften wir uns durch das Dickicht und hatten einen riesigen Spaß mit den alten Fahrzeugen. Nach unserer Schätzung befinden sich an die 800 Autos auf dem Gelände. Wir verbrachten mehr als drei Stunden auf dem alles andere als gruseligen Friedhof. Auf dem Rückweg zum Kanu freuten wir uns wie kleine Kinder: Einmal über das tolle Erlebnis, aber andererseits auch, dass wir über einen Geheimtipp an so einen einzigartigen Ort gefunden hatten. Da schlugen unsere Travellerherzen natürlich höher.


Ein unvergesslicher Tag

Nachdem wir wieder in See gestochen waren, dauerte es nicht lange, bis wir auch schon einen geeigneten Übernachtungsplatz gefunden hatten. Ich genoss lesend die Nachmittagssonne in der Hängematte, während Stefan sich ein paar Jungs und Mädels anschloss, die wir auf Bäron kennen gelernt haben, um endlich in die Kunst des Angelns eingeweiht zu werden.

Der Plan war eigentlich am Abend mit der Gruppe Party zu machen, doch als Stefan zurückkam begrüßte er mich breit grinsend mit den Worten: „Das mit der Party wird heute wohl nichts.“ Angel-Amateur Stefan hatte vier Fische gefangen und alle Anderen gar keinen. Großzügig hat er zwei seiner Fische abgegeben, jedoch auch zwei fette Brocken im Eimer für uns dabei.


Unser erster Fang

Nach acht Tagen hatten wir endlich mal was gefangen. Stefan nahm die Fische aus und ich füllte sie mit einer schmackhaften Füllung aus Zwiebeln und Kräutern. Dazu gab`s Reis und eine feurige Soße mit Pilzen. Ein wahres Festmahl. Bei einem beeindruckenden Sonnenuntergang verspeisten wir den Fang, den wir über dem offenen Feuer gebraten hatten. Ein unvergesslicher Tag.

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So habe ich mir das vorgestellt

Als ich wach wurde, schien bereits die Sonne auf den Zelteingang. Das schlechte Wetter vom Vortag ist buchstäblich weggeweht worden. Nach einem ausgiebigen Frühstück paddelten wir los und der Himmel klarte immer mehr auf. Der Sommer war nach Schweden zurückgekehrt und begeleitete uns von nun an bis zu unserer Abreise.


Auf Bäron gestrandet

Das Paddeln klappte nun immer besser. Stefan übernahm die Position des Steuermanns (also Hinten) und wir fuhren zur Insel Bäron, was sich später als absoluter Volltreffer herausstellen sollte. Wir umrundeten die Insel und hielten an einer Bucht mit einem tollen Sandstrand. Nachdem wir an Land gegangen waren, sahen wir, dass die Insel an der Stelle nur ungefähr 20 meter Breit war und somit zwischen diesem und dem nächsten Strand nur ein paar Schritte lagen. Ein Pfad zwischen den beiden Stränden führte hoch auf eine bewaldete Felsklippe. Oben angekommen fanden wir eine Schutzhütte und eine Feuerstelle. Vom Rand des Felsens hatte man einen fantastischen Blick über Bäron, die angrenzenden Inseln und das gesamte Seengebiet. Wir sammelten Holz und kochten über einem offenen Feuer.


Sonnenuntergang um 23:00 Uhr

Am Abend saßen wir am Strand. Stefan hatte seine Hängematte zwischen zwei Bäumen gespannt und ich saß auf einem Felsvorsprung der bis ins Wasser hineinreichte. Ich las und beobachtete den Sonnenuntergang. So hatten wir uns das vorgestellt.

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Comments

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BHW (Gast) - 9. Apr, 19:08
Beste Grüße
Wirklich eine schöne Seite, die Sie da haben!
chrisbo24 (Gast) - 7. Apr, 03:59
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BHW (Gast) - 30. Mrz, 08:09

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