Asien ist nichts Besonderes mehr
Habe eben in einem Blog gelesen: „Asien ist nichts Besonderes mehr. Standardurlaub. [...] Das Ferne per se hat jegliche Exotik, jeglichen Reiz verloren.“ Diese Aussage könnte man vielleicht so stehen lassen: Aber der Verfasser des Beitrags war noch nie in Asien.
Essen, Kultur, Religion, sexuelle Orientierung. Ich persönlich habe mir abgewöhnt Dinge zu verurteilen (noch vor 10 Jahren war ich der größte Ignorant überhaupt) die ich nicht kenne und bin damit, besonders auf Reisen, sehr gut gefahren. Besser gesagt, Reisen haben mich gelehrt, offen zu sein für Neues, für Unbekanntes.
Ich mache lieber meine eigenen Erfahrungen und bewerte nach diesen.
Jetzt zurück zum Statement: „Asien ist nichts Besonderes mehr“.
1. Asien ist groß. 2. Ja es gibt viele Backpacker in Thailand. 3. Reisen ist die Jagd nach dem Besonderen (ob Leute, Plätze oder Momente) 4. Wer für Unbekanntes nicht offen ist, wird das Besondere auch nie finden. Nicht in Asien oder sonst wo auf der Welt. 5. Wer den Reiz der Ferne noch nicht gefunden hat, kann ihn auch nicht verlieren.
Der Reiz der Ferne, die Exotik und dass das alles kein Standarturlaub ist - ist der Grund warum dieser Blog überhaupt existiert. Ich bitte alle die schon Mal in der Ferne waren oder gerade sind, von ihr fasziniert sind oder auch die kontroverse Meinung teilen zu diesem Thema ein Kommentar zu posten. DANKE!!!
@7an: Nichts für Ungut, aber das war eine Herzensangelegenheit!
reisen ¦ glück ¦ backpacker ¦ asien
Essen, Kultur, Religion, sexuelle Orientierung. Ich persönlich habe mir abgewöhnt Dinge zu verurteilen (noch vor 10 Jahren war ich der größte Ignorant überhaupt) die ich nicht kenne und bin damit, besonders auf Reisen, sehr gut gefahren. Besser gesagt, Reisen haben mich gelehrt, offen zu sein für Neues, für Unbekanntes.
Ich mache lieber meine eigenen Erfahrungen und bewerte nach diesen.
Jetzt zurück zum Statement: „Asien ist nichts Besonderes mehr“.
1. Asien ist groß. 2. Ja es gibt viele Backpacker in Thailand. 3. Reisen ist die Jagd nach dem Besonderen (ob Leute, Plätze oder Momente) 4. Wer für Unbekanntes nicht offen ist, wird das Besondere auch nie finden. Nicht in Asien oder sonst wo auf der Welt. 5. Wer den Reiz der Ferne noch nicht gefunden hat, kann ihn auch nicht verlieren.
Der Reiz der Ferne, die Exotik und dass das alles kein Standarturlaub ist - ist der Grund warum dieser Blog überhaupt existiert. Ich bitte alle die schon Mal in der Ferne waren oder gerade sind, von ihr fasziniert sind oder auch die kontroverse Meinung teilen zu diesem Thema ein Kommentar zu posten. DANKE!!!
@7an: Nichts für Ungut, aber das war eine Herzensangelegenheit!
reisen ¦ glück ¦ backpacker ¦ asien
JD (Gast) - 17. Jun, 15:07
„Es lebe das Fernweh“
Zwei Synonyme für Ignoranz sind Unerfahrenheit und Einfältigkeit. Mehr will ich dazu gar nicht sagen!
Tante Käthe (Gast) - 17. Jun, 15:15
Dazu fällt mir ein Zitat ein: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Grüße aus dem STINLANGEWEILIGEN Thailand! (-;
Grüße aus dem STINLANGEWEILIGEN Thailand! (-;
kurzi - 17. Jun, 15:21
natürlich...
... kann man überall etwas besonderes erleben, aber diese Erlebnisse sind eben nicht vergleichbar! Ich werde meine kleine Reise durch Thailand, Malaysia und Indonesien nie vergessen, weil ich dort Sachen erlebt habe, die ich hier NIE erleben kann - und ein Standarturlaub war das erst recht nicht... ich denke es kommt auf den Reisenden an - man kann sicher in thailand standarturlaub machen, muss man aber nicht ;)
Sofie (Gast) - 17. Jun, 15:28
Fernweh
Sitze schon Seit Wochen über meinen Uniunterlagen und würde alles dafür geben wieder in die Ferne zu ziehen. Das Gefühl der Unabhängigkeit, das Zeitlose, die Unbekümmertheit des Lebens, die Lebensfreude – all dass ist in Asien viel leichter zu finden als in Deuschland.
VG aus HH, Sofie
P.S.: Dein Blog ist meine tägliche gute Nacht Lektüre! (-;
VG aus HH, Sofie
P.S.: Dein Blog ist meine tägliche gute Nacht Lektüre! (-;
Mike (Gast) - 17. Jun, 15:33
Oh Mann
Als ich die Überschrift gelsen habe, dachte ich erst: Was ist denn hier los?
Du hast vollkommen Recht.
Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Leider ist diese Einstellung in D sehr verbreitet!
Du hast vollkommen Recht.
Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Leider ist diese Einstellung in D sehr verbreitet!
7an - 17. Jun, 15:37
ich verteufele das reisen nicht, ich suche einen tieferen zugang. was ich beschreibe, ist eine traurigkeit über die moderne welt. es ist eine bisweilen romantische und auch unrealistische weltsicht, aber so sehr ich die moderne auch liebe, so vermisse ich doch auch die vergangene zeit, in der du noch auf einem segelschiff anheuern konntest und in die fernsten länder gesegelt bist. länder, die wirklich unerreichbar schienen, die wirklich noch kaum wer kannte und wenn, dann nur eine auserwählte gruppe von militärs, abenteurern usw. ich trauere, dass es nichts großes mehr zu entdecken gibt, dass es kein "wo noch nie ein mensch zuvor gewesen ist" mehr gibt. würden flüge nach thailand nur 30 euro kosten und eine stunde dauern, wären jedes wochenende tausende studenten für kurztrips dort und das wird auch eines tages so sein. ich trauere der entwertung des exotischen nach. reisen wie sie alex von humboldt gemacht hat, sind nicht mehr möglich. die welt ist vermessen. das hat auch vorteile und es wird schön sein, wenn irgendwann die ganze welt in frieden lebt und auf einem level lebt, wenn asien, südamerika und afrifa auf europäischem niveau sind. ich darf darüber nicht klagen, ich darf mir schwerlich alte und auch oftmals härtere zeiten herbeiwünschen nur um mein bedürfnis nach exotik in sicherheit zu wünschen. aber ich trauere trotzdem.
mich stört auch die suche nach dem perfekten moment. es klingt zu sehr nach der suche nach dem perfekten beischlaf. das ist mir zu oberflächlich. und was ist schon noch besonders an einer reise zu einem anderen kontinent? ich sehne mich nach der tiefe des reisens, nach abseitigen pfaden.
lasst mich dafür robert frost zitieren:
Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;
Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,
And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.
I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
mich stört auch die suche nach dem perfekten moment. es klingt zu sehr nach der suche nach dem perfekten beischlaf. das ist mir zu oberflächlich. und was ist schon noch besonders an einer reise zu einem anderen kontinent? ich sehne mich nach der tiefe des reisens, nach abseitigen pfaden.
lasst mich dafür robert frost zitieren:
Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;
Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,
And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.
I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
traveller2000 (Gast) - 17. Jun, 15:44
dann trauere weiter... oder lese langweilige Bücher über Humbold!
Schnapp dir lieber deinen Rucksack und ziehe in die wirkliche Welt, als deine Zeit mit "lasst mich dafür robert frost zitieren" zu vergeuden...
Schnapp dir lieber deinen Rucksack und ziehe in die wirkliche Welt, als deine Zeit mit "lasst mich dafür robert frost zitieren" zu vergeuden...
Mike (Gast) - 17. Jun, 15:45
So siehts aus
"asien, südamerika und afrifa auf europäischem niveau?" Du warst wirklich noch nie unterwegs oder?
JD (Gast) - 17. Jun, 15:47
Freak!
7an - 17. Jun, 15:59
kritik, weil ich einen tieferen zugang des reisens suche? ist es nicht das, was einen wahren reisenden ausmacht? ich möchte reisen, und ich reise schon jetzt, aber ich möchte nicht durch die welt stolpern, ich möchte nicht nur ein paar exotische sonnenaufgänge und fremde biersorten erleben. ich will mehr.
ich denke, diesen zugang zu einem anderen land, zu einer anderen kultur zu finden braucht eine gewisse zeit, auch eine gewisse lebensreife. ich möchte nicht überstürzt losziehen. und schon gar nicht, möchte ich es wie so viele machen und mir in der jugend meine reisehörner abstoßen und mit ende 20 hat es sich dann. nein, dann fängt es erst an. ich möchte mit 40 nicht einen hochbezahlten festen job haben und einmal im jahr ein paar wochen reisen. ich möchte die welt entdecken. das nahe, das ferne. meine welt. wo auch immer sie liegt. deswegen werde ich auch reporter. weil ich fernes und kaum verständliches aus der welt mitbringen möchte. für mich. und für andere.
ich war unterwegs auf der straße mit dem rucksack, bin eines morgens aufgewacht und losgezogen. weil ich wusste, heute, jetzt ist der richtige moment. das war erst vor zwei jahren, mit 27, erst dann war der richtige moment da. ich will nicht gleich den erstbesten flieger nach kambodscha nehmen. es wird alles kommen. wenn die zeit reif ist.
ich denke, diesen zugang zu einem anderen land, zu einer anderen kultur zu finden braucht eine gewisse zeit, auch eine gewisse lebensreife. ich möchte nicht überstürzt losziehen. und schon gar nicht, möchte ich es wie so viele machen und mir in der jugend meine reisehörner abstoßen und mit ende 20 hat es sich dann. nein, dann fängt es erst an. ich möchte mit 40 nicht einen hochbezahlten festen job haben und einmal im jahr ein paar wochen reisen. ich möchte die welt entdecken. das nahe, das ferne. meine welt. wo auch immer sie liegt. deswegen werde ich auch reporter. weil ich fernes und kaum verständliches aus der welt mitbringen möchte. für mich. und für andere.
ich war unterwegs auf der straße mit dem rucksack, bin eines morgens aufgewacht und losgezogen. weil ich wusste, heute, jetzt ist der richtige moment. das war erst vor zwei jahren, mit 27, erst dann war der richtige moment da. ich will nicht gleich den erstbesten flieger nach kambodscha nehmen. es wird alles kommen. wenn die zeit reif ist.
mrpink - 17. Jun, 15:51
Krass
Hätte nicht gedacht, dass das solche Wellen schlägt! @7an: Du träumst von etwas Vergangenem, dass du genauso wenig kennst, wie das was du verurteilst? Vielleicht solltest du deinen Ansatz noch Mal überdenken, oder es so machen wie traveller2000 es gesagt hat: JUST DO IT! Wenn du dann deine Aussagen immer noch unterschreibst: OK.
byron (Gast) - 17. Jun, 16:11
einfach ignorieren, der hat sich schon in der vergangenheit durch ähnlich undurchdachte halbweisheiten regelmässig lächerlich gemacht. drüber lachen und weiterziehen.
7an - 17. Jun, 16:27
mut zu einer eigenen meinung und zur debatte ist keine lächerlichkeit. aber es ist charakterlich sehr selbstbezeichnend immer mal wieder menschen grundlos und ohne bezug zur debatte anzupöbeln - und das auch noch anonym.
byron_2 (Gast) - 17. Jun, 19:16
sich eine meinung zuzuschreiben, heißt noch lange nicht, dass eine vorhanden ist. wie wäre es mal mit antworten ohne zitate? oder hapert's am eigenen habitus? schön daherreden kann schließlich ein jeder - nur mit der umsetzung hat's bislang nicht klappen wollen. aber das ist ja kein problem, so lange man immer alles schön vor sich selbst hingerechtfertigt bekommt, stimmt's? ganz, ganz arm...
Teesha - 17. Jun, 16:49
Exotik
Wann verliert denn ein Land ueberhaupt den Reiz? Wenn schon mal jemand vor einem da war, wenn man mal im Fernsehen was drueber gesehen hat, oder wenn man selber 25 mal da war?
Verliert denn ein Restaurant am Mekong seinen Reiz, nur weil 5 andere Backpacker neben einem sitzen? Ich denke nicht, weil es doch schon einige Unterschiede zwischen, Mekong und Ballermann gibt. Ich war zufaellig selber schon ein paarmal in Restaurants am Mekong. Der Mekong ist ein Grenzfluss, und an Grenzen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich hoeher auf andere Reisende zu stossen.
Exotik ist ja per Definition (das Wort stammt von griechisch exotikí, "die auswärtige", "fremdländische") erst einmal alles, was man nicht kennt. Ob man, Laender kennenlernen moechte, in denen man noch nicht war, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Grundsaetzlich ist auch das Erzgebirge exotisch, wenn man noch nie dort war. Nun sind Sitten und Gebraeuche dort aber nur wenig anders als im Rest Deutschlands. Die Exotik und der damit verbundene Reiz, andere Laender zu bereisen steigt deswegen wohl proportional mit der Entfernung.
Die Ferne hat deswegen mitnichten ihren Reiz verloren, sie ist nur dank erschwinglicher Flugverbindungen einfach nicht mehr unereichbar.
Asien liegt auf der anderen Seite der Erde und hat 6000 Jahre Kulturgeschichte, die voellig von der westlichen abgekoppelt war. Deswegen ist der Kontinent nicht nur anders als Europa, sondern ein anderer Kosmos. Es ist schwer sich vorzustellen, dass das keine Anziehungskraft in sich birgt.
Verliert denn ein Restaurant am Mekong seinen Reiz, nur weil 5 andere Backpacker neben einem sitzen? Ich denke nicht, weil es doch schon einige Unterschiede zwischen, Mekong und Ballermann gibt. Ich war zufaellig selber schon ein paarmal in Restaurants am Mekong. Der Mekong ist ein Grenzfluss, und an Grenzen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich hoeher auf andere Reisende zu stossen.
Exotik ist ja per Definition (das Wort stammt von griechisch exotikí, "die auswärtige", "fremdländische") erst einmal alles, was man nicht kennt. Ob man, Laender kennenlernen moechte, in denen man noch nicht war, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Grundsaetzlich ist auch das Erzgebirge exotisch, wenn man noch nie dort war. Nun sind Sitten und Gebraeuche dort aber nur wenig anders als im Rest Deutschlands. Die Exotik und der damit verbundene Reiz, andere Laender zu bereisen steigt deswegen wohl proportional mit der Entfernung.
Die Ferne hat deswegen mitnichten ihren Reiz verloren, sie ist nur dank erschwinglicher Flugverbindungen einfach nicht mehr unereichbar.
Asien liegt auf der anderen Seite der Erde und hat 6000 Jahre Kulturgeschichte, die voellig von der westlichen abgekoppelt war. Deswegen ist der Kontinent nicht nur anders als Europa, sondern ein anderer Kosmos. Es ist schwer sich vorzustellen, dass das keine Anziehungskraft in sich birgt.
7an - 17. Jun, 17:16
@teesha: da stimme ich dir weitestgehend zu. es wäre ja banal zu behaupten, die asiatische kulturgeschichte könne durch backpacker demoliert werden. auch die exotik des fernen bleibt bestehen. aber ein bisschen, denke ich, hat sie schon nachgelassen. ein kumpel von mir ist vor einiger zeit nach der uni um die ganze welt gereist und meinte hinterher, eigentlich sei alles irgendwie verwestlicht, nur china noch nicht. und was wird, um asien mal zu verlassen, aus kuba, wenn sich das land ganz öffnet und die politische unterdrückung vorbei ist? das alte kuba wird geschichte sein, was gut sein wird, aber es wird auch seinen preis haben.
zum restaurant am mekong: fünf andere backpacker stören sicherlich nicht. aber was, wenn der ganze laden voller backpacker ist? oder vor ein paar tagen war ich beispielsweise in der toskana für eine reportagereise. bevor es losging war ich einen tag in florenz und es war komplett überlaufen mit touristen. das fand ich schon schade. gleichzeitig war ich aber selber einer von ihnen. wen soll ich also anklagen?
ich denke schon, dass die umstände und die zeit eine rolle spielen und den charme und geist des ortes verändern. nimm nur einmal tanger in den 50er jahren. überall agenten, dubiose gestalten und mittendrin burroughs, kerouac, ginsberg und capote. die zeiten sind vorbei. untergegangen. heute gibt es diskos, in denen billiger euro-trash läuft, wie ein autor vom sz-jugendportal, jetzt, schreibt. es verändert sich alles. altes geht in die brüche. neues kommt. man kann nur hoffen, dass auch wieder spannende neue zeiten kommen, die man miterleben kann.
zum restaurant am mekong: fünf andere backpacker stören sicherlich nicht. aber was, wenn der ganze laden voller backpacker ist? oder vor ein paar tagen war ich beispielsweise in der toskana für eine reportagereise. bevor es losging war ich einen tag in florenz und es war komplett überlaufen mit touristen. das fand ich schon schade. gleichzeitig war ich aber selber einer von ihnen. wen soll ich also anklagen?
ich denke schon, dass die umstände und die zeit eine rolle spielen und den charme und geist des ortes verändern. nimm nur einmal tanger in den 50er jahren. überall agenten, dubiose gestalten und mittendrin burroughs, kerouac, ginsberg und capote. die zeiten sind vorbei. untergegangen. heute gibt es diskos, in denen billiger euro-trash läuft, wie ein autor vom sz-jugendportal, jetzt, schreibt. es verändert sich alles. altes geht in die brüche. neues kommt. man kann nur hoffen, dass auch wieder spannende neue zeiten kommen, die man miterleben kann.
Pipo (Gast) - 17. Jun, 19:53
Nostalgie...
...schwingt hier sehr viel mit.. Aber ich denke wir Deutschen sind dafür berühmt, das Vergangene immer positiver in Erinnerung zu haben als die Gegenwart. War Tanger in den 50er spannender als es heute ist? Vielleicht. Vielleicht ist das aber auch nur eine Idee, die wir aus Büchern/Erzählungen/Dokus übernehmen und mit unseren eigenen Sehnsüchten vermischen um uns das Abenteuer wieder zu kreieren, das wir meinen in der globalisierten Welt nicht mehr finden zu können.
Aber mit so einer von Nostalgie geprägten Einstellung vermasseln wir uns das Reisen doch bloß selber! Sehen wir es doch mal so: Reisen erweitert den Horizont ungemein - im Vergleich zu wahrscheinlich 80% der Menscheit gewinnt man einen Einblick wie das Leben, die Natur, die Kultur, der Arbeitsalltag, etc. in anderen Ecken der Welt aussehen und ablaufen und hat damit dem Großteil seiner Mitmenschen erfahrungsmäßig schon sehr viel voraus und kann seine Heimat auch ganz anders bewerten. Auch eine Reise in das achso schnöde Thailand kann da schon ausreichen - wer zwingt uns denn in Pattaya oder Phuket zu bleiben? Wenn jemand die 'lokalen' und 'realistischen' Umwelten sucht, kann er sich ja mal an die Grenze zu Myanmar begeben - oder is das auch zu abgedroschen?
Also meine Einstellung: Bitte nicht zu nostalgisch (oder vielleicht auch zu arrogant - man denke an die lustigen 'Wo-warst-Du-schon-überall?'-Battles in so manchen Hostel dieser Erde!) an die Sache herangehen und Spass haben am Entdecken. Wir können die Entwicklung der Welt nicht aufhalten oder gar umkehren - man muss deshalb vielleicht den Ansatz ein bisschen ändern und das Besondere nicht mehr direkt auf dem ach so exotischen Marktplatz erwarten, sondern in den kleinen Details einer mit westlichen Einflüssen vermischten Gesellschaft suchen..
Viel Spaß noch beim Diskutieren..
Aber mit so einer von Nostalgie geprägten Einstellung vermasseln wir uns das Reisen doch bloß selber! Sehen wir es doch mal so: Reisen erweitert den Horizont ungemein - im Vergleich zu wahrscheinlich 80% der Menscheit gewinnt man einen Einblick wie das Leben, die Natur, die Kultur, der Arbeitsalltag, etc. in anderen Ecken der Welt aussehen und ablaufen und hat damit dem Großteil seiner Mitmenschen erfahrungsmäßig schon sehr viel voraus und kann seine Heimat auch ganz anders bewerten. Auch eine Reise in das achso schnöde Thailand kann da schon ausreichen - wer zwingt uns denn in Pattaya oder Phuket zu bleiben? Wenn jemand die 'lokalen' und 'realistischen' Umwelten sucht, kann er sich ja mal an die Grenze zu Myanmar begeben - oder is das auch zu abgedroschen?
Also meine Einstellung: Bitte nicht zu nostalgisch (oder vielleicht auch zu arrogant - man denke an die lustigen 'Wo-warst-Du-schon-überall?'-Battles in so manchen Hostel dieser Erde!) an die Sache herangehen und Spass haben am Entdecken. Wir können die Entwicklung der Welt nicht aufhalten oder gar umkehren - man muss deshalb vielleicht den Ansatz ein bisschen ändern und das Besondere nicht mehr direkt auf dem ach so exotischen Marktplatz erwarten, sondern in den kleinen Details einer mit westlichen Einflüssen vermischten Gesellschaft suchen..
Viel Spaß noch beim Diskutieren..
7an - 17. Jun, 22:01
@pipo: du triffst es genau auf den punkt. einfach dahin gehen, wo andere reisende nicht sind. besagtes angeben, wo man überall schon war, verdirbt den geist des reisens. darum geht es doch gar nicht. man kann viele frauen gehabt haben, aber trotzdem einsam sein. die eine besondere frau, soll nicht die heimat sein, nicht ein land, aber eine eigene idee vom reisen. und da darf auch nostalgie eine rolle spielen. wenn es soviel davon gibt, dass man aus angst enttäuscht zu werden, gar nicht mehr aufbricht, dann ist das schlimm, aber wie kann sie sonst schaden? ich bin ein nostalgischer mensch und ich projeziere dieses auch auf die zukunft (also den verlust von etwas zu bedauern, dass noch da ist). manche würden sagen es schadet, ich sage, es hilft intensiver zu leben, weil man sich der vergänglichkeit bewusster ist.
man muss aber immer bereit für eine reise sein. und es kommt mir so vor, als wenn das nur noch wenige verstehen. als wenn das gerne-reisen-aber-noch-nicht-hier-und-dort-gewesen-sein nicht geduldet wird. "tasche packen und los" ist ja das motto. aber nein, eben nicht unbedingt. es heißt, man kann nur dinge sehen, die schon in einem selbst enthalten sind (und sei es nur ein quentchen). was man auf einer reise oder wo auch immer sieht, sind spiegel von einem selbst. ohne eine gewisse essenz geht es nicht.
trotz allem, um bei der warnung von dir zu bleiben: nur von dem reisen reden und denken, reicht nicht, irgendwann muss man wirklich los. wenn man es denn ernst meint. und das ist ja auch der wahre kern der sache, die überwindung, der prozess, die art wie man sich, die art wie einen alles verändert.
bye the way: kennt jemand den film "the elephant king"? kann ihn sehr empfehlen.
man muss aber immer bereit für eine reise sein. und es kommt mir so vor, als wenn das nur noch wenige verstehen. als wenn das gerne-reisen-aber-noch-nicht-hier-und-dort-gewesen-sein nicht geduldet wird. "tasche packen und los" ist ja das motto. aber nein, eben nicht unbedingt. es heißt, man kann nur dinge sehen, die schon in einem selbst enthalten sind (und sei es nur ein quentchen). was man auf einer reise oder wo auch immer sieht, sind spiegel von einem selbst. ohne eine gewisse essenz geht es nicht.
trotz allem, um bei der warnung von dir zu bleiben: nur von dem reisen reden und denken, reicht nicht, irgendwann muss man wirklich los. wenn man es denn ernst meint. und das ist ja auch der wahre kern der sache, die überwindung, der prozess, die art wie man sich, die art wie einen alles verändert.
bye the way: kennt jemand den film "the elephant king"? kann ihn sehr empfehlen.
mrpink - 18. Jun, 09:53
Lieber 7an,
dahin reisen wo keine anderen Reisenden sind - da muss ich dich leider enttäuschen. Das gibt es leider nicht mehr. Also entweder du entscheidest dich weiter vor dich hin zu trauern und in der Nostalgie zu ertrinken, oder du öffnest dich für die reale Welt mit all ihren Bewohnern und Reisenden.
Wenn du mal unterwegs sein solltest, wirst du herausfinden, dass gerade die Reisenden, die deinen Weg kreuzen einen großen Teil des Reizes ausmachen. Natürlich muss man zwischen Pataya und der Grenze zu Myanmar unterscheiden - doch alleine wirst du nirgendwo sein. @Pipo hat natürlich Recht, wenn er dieses "Travel-Schwanzvergleich-Ding" verurteilt, denn das nervt tatsächlich. Doch dazu frage ich dich: Wie oft lernst du in Deutschland jemand kennen mit dem es sich zu unterhalten lohnt? Auf Reisen triffst du immer wieder Gleichgesinnte, Lonelyplanetflüchtlinge die genau so denken, fühlen und für die gleichen Werte einstehen wie du selbst (bzw. wie ich in diesem Fall).
Eine Freundin wohnt in einer Kommune in Bangkok und da gilt ein sehr guter Grundsatz: Jeder lehrt jeden! Denn jeder hat etwas, dass er jemand anderem beibringen kann. Und das gilt auch auf Reisen. Es ist immer schön seinen eigenen Erfahrungen, auf seiner eigenen Reise zu machen, doch andere Reisende gehören da einfach dazu. Und diese machen deine Reise nicht weniger reisenswert- Im Gegenteil!
Ich wünsche mir, dass du mal auf roten Plastikstühlen in Laos am Mekong sitzt und dir ein kühles LEO genehmigst, während jemand Gitarre spielt und die Sonne untergeht. Dann wirst du verstehen, warum unter diesem Beitrag 20 Kommentare stehen.
Wenn du mal unterwegs sein solltest, wirst du herausfinden, dass gerade die Reisenden, die deinen Weg kreuzen einen großen Teil des Reizes ausmachen. Natürlich muss man zwischen Pataya und der Grenze zu Myanmar unterscheiden - doch alleine wirst du nirgendwo sein. @Pipo hat natürlich Recht, wenn er dieses "Travel-Schwanzvergleich-Ding" verurteilt, denn das nervt tatsächlich. Doch dazu frage ich dich: Wie oft lernst du in Deutschland jemand kennen mit dem es sich zu unterhalten lohnt? Auf Reisen triffst du immer wieder Gleichgesinnte, Lonelyplanetflüchtlinge die genau so denken, fühlen und für die gleichen Werte einstehen wie du selbst (bzw. wie ich in diesem Fall).
Eine Freundin wohnt in einer Kommune in Bangkok und da gilt ein sehr guter Grundsatz: Jeder lehrt jeden! Denn jeder hat etwas, dass er jemand anderem beibringen kann. Und das gilt auch auf Reisen. Es ist immer schön seinen eigenen Erfahrungen, auf seiner eigenen Reise zu machen, doch andere Reisende gehören da einfach dazu. Und diese machen deine Reise nicht weniger reisenswert- Im Gegenteil!
Ich wünsche mir, dass du mal auf roten Plastikstühlen in Laos am Mekong sitzt und dir ein kühles LEO genehmigst, während jemand Gitarre spielt und die Sonne untergeht. Dann wirst du verstehen, warum unter diesem Beitrag 20 Kommentare stehen.
JD (Gast) - 18. Jun, 10:04
Genau diesen Beitrag
habe ich mir gewünscht. Denn genau dieses Gefühl wenn es unbeschreiblich heiß ist auf billigen Plastikstühlen zu sitzen, kühles Bier zu trinken und dem Geschnatter von fünf verschienden Sprachen zu lauschen... das kann man nur fühlen, wenn man es schon mal erlebt hat. @7an: ich kann deine Meinung zwar nicht teilen, aber vollkommen nachvollziehen, dass du das nicht verstehen kannst. Wie trapa es schreibt: Probiere es auch und du wirst verstehen!
7an - 18. Jun, 22:33
da habt ihr wohl recht. auch damit, dass andere reisende einen teil des reizes ausmachen. das will ich gar nicht verneinen. aber davon abgesehen gibt es natürlich auch orte, wo es keine anderen reisenden gibt. die mischung wird es machen. und wenn ich jemals in laos sein sollte, dann bin ich jetzt einem gewissen etablissment wohl fast einen besuch schuldig.
hoefbert (Gast) - 18. Jun, 14:11
@7an: ist ja sehr nett von dir, dass du mich mit fuer 20jaehrigen Student aus der Provinz haelst, der die fuer dich typischen Bilder hochlaedt und Einheitsbrei-Blogtextexte im Netz verbreitet. Ich bin uebrigens kein Student (mehr), 26 und lebe mittlerweil ein Erlangen (davor Nuernberg, bald wieder; also keineswegs Provinz).
Ich bin ja zur Zeit recht mittendrin im Asienrummel und muss leider zugeben, dass alle die nur Discopark und Ballermann wollen hier recht gut aufgehoben sind. Sei es auf der Khao San, in Vang Vieng beim Tuben oder im Utopia in Sihanoukville.
Aber Asien bietet zum Glueck weitaus mehr als das. Hast du schonmal eine absolut bezaubernde Thaifamilie (Oi, Shai und ihr Sohn Phayam auf Ko Phayam) kennengelernt, die sich herzlich um einen kuemmert ohne selbst einen finanziellen Vorteil herauszuschlagen? Oder den Sonnenaufgang ueber den Tempeln von Angkor gesehen, im Ohr nur die Gesaenge der Zirkaden aus dem Dschungel? Mit einer Gruppe bestehend aus Deutschen, Amerikanern, Hollaendern, Briten und Spaniern am Mekong frischesten Fisch gegessen (uebrigens haben wir uns erst alle auf dem Trip getroffen und es sind sehr gute Freundschaften entstanden)? Das sind nur drei der vielen Erinnerungen, die ich wahrscheinlich fuer immer mit mir tragen werde.
Du hast natuerlich Recht, in Asien sind immer mehr und mehr Touristen unterwegs und es ist teilweise schwierig der einzige 'Falang' zu sein. Komischerweise frage ich mich, warum ich es dann selbst in Thailand immer noch schaffe nur unter Einheimischen zu essen und Straende fuer mich alleine zu haben. Es haengt alles davon ab, was du willst bzw suchst und wieviel Muehe du dir dabei gibst.
Aber genug der Diskussion. Ich habe Hunger und werde mir auf einem der Nachtmaerkte in BKK erstmal etwas nettes zu Gemuete fuehren.
Bis dahin!
Geetz vom Hoefbert
Ich bin ja zur Zeit recht mittendrin im Asienrummel und muss leider zugeben, dass alle die nur Discopark und Ballermann wollen hier recht gut aufgehoben sind. Sei es auf der Khao San, in Vang Vieng beim Tuben oder im Utopia in Sihanoukville.
Aber Asien bietet zum Glueck weitaus mehr als das. Hast du schonmal eine absolut bezaubernde Thaifamilie (Oi, Shai und ihr Sohn Phayam auf Ko Phayam) kennengelernt, die sich herzlich um einen kuemmert ohne selbst einen finanziellen Vorteil herauszuschlagen? Oder den Sonnenaufgang ueber den Tempeln von Angkor gesehen, im Ohr nur die Gesaenge der Zirkaden aus dem Dschungel? Mit einer Gruppe bestehend aus Deutschen, Amerikanern, Hollaendern, Briten und Spaniern am Mekong frischesten Fisch gegessen (uebrigens haben wir uns erst alle auf dem Trip getroffen und es sind sehr gute Freundschaften entstanden)? Das sind nur drei der vielen Erinnerungen, die ich wahrscheinlich fuer immer mit mir tragen werde.
Du hast natuerlich Recht, in Asien sind immer mehr und mehr Touristen unterwegs und es ist teilweise schwierig der einzige 'Falang' zu sein. Komischerweise frage ich mich, warum ich es dann selbst in Thailand immer noch schaffe nur unter Einheimischen zu essen und Straende fuer mich alleine zu haben. Es haengt alles davon ab, was du willst bzw suchst und wieviel Muehe du dir dabei gibst.
Aber genug der Diskussion. Ich habe Hunger und werde mir auf einem der Nachtmaerkte in BKK erstmal etwas nettes zu Gemuete fuehren.
Bis dahin!
Geetz vom Hoefbert
7an - 18. Jun, 23:05
@höfbert: ich gebe zu, ich wollte auch provozieren. obendrein war mein erster eindruck von deinem blog schwarzweiß gefärbt. er gab mir nur noch den letzten stoß für gedanken, die mich schon länger beschäftigten. und mittlerweile werde ich belehrt bzw. sehe, dass es bei dir natürlich nicht nur um party geht.
davon abgesehen fand ich diesen kleinen streit, auch, wenn er anstrengend war, sehr bereichernd. wenn man immer nur mitschwimmt und einer meinung ist, immer nur alles super findet, dann werden grundsätzliche haltungen nicht besprochen. man kommt einer sache nicht auf den grund. man versteht weniger. also: danke für euer contra.
davon abgesehen fand ich diesen kleinen streit, auch, wenn er anstrengend war, sehr bereichernd. wenn man immer nur mitschwimmt und einer meinung ist, immer nur alles super findet, dann werden grundsätzliche haltungen nicht besprochen. man kommt einer sache nicht auf den grund. man versteht weniger. also: danke für euer contra.
Eddie (Gast) - 22. Jun, 09:57
Ich glaube, dass per Definition alles seine Besonderheit verliert, wenn man es zulässt sich daran zu gewöhnen, denn nur dadurch wird es – im wahrsten Sinne des Wortes – gewöhnlich. Solange man sich einen frischen, neugierigen Blick auch auf das gewohnte (Personen, Orte, Meinungen) bewahrt, kann man fast überall das Besondere entdecken!
mrpink - 22. Jun, 15:21
@trapa-ler
Danke für den meist kommentierten Beitrag seit travel-passion Bestehen!
Sitznachbar (Gast) - 24. Jun, 16:57
Ich verstehe gar nicht die ganze Aufregung. Oder hat da jemand den Finger so richtig in die Wunde reingebohrt, statt ihn nur sanft draufzulegen? Wenn ich mir viele der Kommentare hier anschaue, dann scheint genau das passiert zu sein. Da hat jemand den heiligen Banana-Cake-Trail beschmutzt und dafür muss er büssen.
Es wird hier in den Kommentaren wenig über die Länder selbst gesagt, sondern immer wieder ein Gemeinschaftsgefühl beschworen: Am Mekong mit Aussies/Kiwis whateverTiger/Leo-whatver trinken. Ja, ist 'ne feine Sache, aber ich weiss ja nicht, ob einem das erlaubt, über Pauschaltouristen herzuziehen. Das gleiche Gefühl kann ich auch am Baggersee haben, nur das man da selten Aussies trifft und der Sonnenuntergang nicht immer wie in der Bacardi-Webung aussieht.
Wer die uralte wirklich schon kabarettreife Nummer mit dem "Bus, der zum achtel Preis zum Flughafen fährt", auf sein Travel-Blog zu stellen, muss sich schon Kritik gefallen lassen. (Beziehe mich auf den Original-Blog, der im hier kritisierten Blog zitiert wurde). Heilige Maria, wenn man nicht mal 300 Bath übrig hat, um ein Taxi zum Flughafen zu nehmen.... würde mir gar nicht einfallen: Taxi, Airport und gut is. Allerdings erinner ich mich daran, dass ich vor Jahren mal Standby in BKK war, und daher gefühlte 70mal zum Flughafen hin- und wieder zurück fahren musste. Da nimmt man natürlich schon den Bus, weil sonst geht's echt ins Geld. Ja, und was soll ich sagen - war kein Problem. gefragt, geschaut, Busnummer gemerkt und am nächsten Tag wieder das gleiche Spiel.
Hier ist soviel Arroganz im Spiel, das ich nur eines sagen kann: Weil ich auf diese Haltung keine Lust habe, gehe ich Leuten, die nur mit anderen Westlern Hippie spielen wollen, bewusst aus dem Weg. Wenn mich dieser Weg nach Mallorca führt, gerne! Und zwischen Mallorca und Chiang Mai gibt es in vielerlei Hinsicht eben KEINEN Unterschied. Na ja, einen vielleicht: Auf Mallorca kenne ich Sprache und Kultur und kann daher "Fremdes" sehr viel besser aufnehmen und verarbeiten.
Und das die Khao San nun wirlich Ballermann hoch 10 ist, kann ja nun keiner bestreiten. Genau so wenig wie die Tatsache, dass auf der Khao San ALLE landen, ob sie wollen oder nicht. Aber warum auch nicht: nach 724 Tagen "off the beaten track" darf man sich auch mal wieder fallen lassen, gell?
Bestätigt wurde mir hier eben auch meine Meinung, warum ich bei meinem letzten Urlaub im Süden von Chile so wenig westliche Touristen (eigentlich gar keine) gesehen habe. Am Anfang dachte ich noch, Mann, hier machen ja echt nur Chilenen und Argentinier Urlaub, wo ist denn das ganze Back, eh... Pack - ein Blick in den Lonely Planet klärt auf: Der Reiseführer schildert Chile schliesslich als ein im lateinamerikanischen Vergleich, reiches, teures, fast schon europïasches Land. Wenn man dann noch liesst, das der Süden von Deutschen kolonisiert wurde und die Natur dort der Schweiz ähnelt, wird der typische Backpacker/Traveller sagen: "Iiiiihhh, was???????????? Keine Armut, keine anders aussehenden Menschen, kein mit-den-Finger-am-Strassenrand-für 2 Cent-essen - und am End noch nicht mal Absteigen mit Kakerlaken??? Und vielleicht haben die Einheimischen gar keine Lust, ihr hübsches Schwarzwald-Häuschen mit Jägerzaun und Rosenstrauch mit mir zu teilen. Da fahr ich nicht hin!"
Gut so, gut für mich - somit kam ich in den Genuss einen Urlaub gemacht zu haben, in dem ich so wenig westliche Touristen wie nie gesehen und obendrein noch den besten Kuchen meines Lebens gegessen habe. Was will man mehr?
Es wird hier in den Kommentaren wenig über die Länder selbst gesagt, sondern immer wieder ein Gemeinschaftsgefühl beschworen: Am Mekong mit Aussies/Kiwis whateverTiger/Leo-whatver trinken. Ja, ist 'ne feine Sache, aber ich weiss ja nicht, ob einem das erlaubt, über Pauschaltouristen herzuziehen. Das gleiche Gefühl kann ich auch am Baggersee haben, nur das man da selten Aussies trifft und der Sonnenuntergang nicht immer wie in der Bacardi-Webung aussieht.
Wer die uralte wirklich schon kabarettreife Nummer mit dem "Bus, der zum achtel Preis zum Flughafen fährt", auf sein Travel-Blog zu stellen, muss sich schon Kritik gefallen lassen. (Beziehe mich auf den Original-Blog, der im hier kritisierten Blog zitiert wurde). Heilige Maria, wenn man nicht mal 300 Bath übrig hat, um ein Taxi zum Flughafen zu nehmen.... würde mir gar nicht einfallen: Taxi, Airport und gut is. Allerdings erinner ich mich daran, dass ich vor Jahren mal Standby in BKK war, und daher gefühlte 70mal zum Flughafen hin- und wieder zurück fahren musste. Da nimmt man natürlich schon den Bus, weil sonst geht's echt ins Geld. Ja, und was soll ich sagen - war kein Problem. gefragt, geschaut, Busnummer gemerkt und am nächsten Tag wieder das gleiche Spiel.
Hier ist soviel Arroganz im Spiel, das ich nur eines sagen kann: Weil ich auf diese Haltung keine Lust habe, gehe ich Leuten, die nur mit anderen Westlern Hippie spielen wollen, bewusst aus dem Weg. Wenn mich dieser Weg nach Mallorca führt, gerne! Und zwischen Mallorca und Chiang Mai gibt es in vielerlei Hinsicht eben KEINEN Unterschied. Na ja, einen vielleicht: Auf Mallorca kenne ich Sprache und Kultur und kann daher "Fremdes" sehr viel besser aufnehmen und verarbeiten.
Und das die Khao San nun wirlich Ballermann hoch 10 ist, kann ja nun keiner bestreiten. Genau so wenig wie die Tatsache, dass auf der Khao San ALLE landen, ob sie wollen oder nicht. Aber warum auch nicht: nach 724 Tagen "off the beaten track" darf man sich auch mal wieder fallen lassen, gell?
Bestätigt wurde mir hier eben auch meine Meinung, warum ich bei meinem letzten Urlaub im Süden von Chile so wenig westliche Touristen (eigentlich gar keine) gesehen habe. Am Anfang dachte ich noch, Mann, hier machen ja echt nur Chilenen und Argentinier Urlaub, wo ist denn das ganze Back, eh... Pack - ein Blick in den Lonely Planet klärt auf: Der Reiseführer schildert Chile schliesslich als ein im lateinamerikanischen Vergleich, reiches, teures, fast schon europïasches Land. Wenn man dann noch liesst, das der Süden von Deutschen kolonisiert wurde und die Natur dort der Schweiz ähnelt, wird der typische Backpacker/Traveller sagen: "Iiiiihhh, was???????????? Keine Armut, keine anders aussehenden Menschen, kein mit-den-Finger-am-Strassenrand-für 2 Cent-essen - und am End noch nicht mal Absteigen mit Kakerlaken??? Und vielleicht haben die Einheimischen gar keine Lust, ihr hübsches Schwarzwald-Häuschen mit Jägerzaun und Rosenstrauch mit mir zu teilen. Da fahr ich nicht hin!"
Gut so, gut für mich - somit kam ich in den Genuss einen Urlaub gemacht zu haben, in dem ich so wenig westliche Touristen wie nie gesehen und obendrein noch den besten Kuchen meines Lebens gegessen habe. Was will man mehr?
mrpink - 25. Jun, 11:00
Ich glaube...
...es ist schwer einen Standart für "Die Reise" zu finden. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen was für ihn eine gute Reise ausmacht. Deshalb wurde hier auch kreuz und quer wild aneinander vorbei kommuniziert. Es ist jedoch schön zu sehen, wie wichtig für viele Leute das Reisen ist. Zu Dingen die wichtig sind hat man auch eine Meinung und will diese vertreten - deshalb die ganze Aufregung!
@Sitznachbar: well done!
@Sitznachbar: well done!
vlinck - 28. Jun, 11:23
Puh - ich dachte, ich muß eine Lanze brechen, aber wie ich sehe, sind hier schon sehr viele Lanzen draufgegangen. Ich kenne die nostalgische Sehnsucht, andere Länder so erleben zu wollen, wie sie in alten Berichten beschrieben werden und auch das Gefühl, lieber allein sein zu wollen, mit den Einheimischen oder besser noch, nur mit der Natur, und um Gottes willen keine Touristen! Aber das habe ich auch in Südtirol, oder meinetwegen im Erzgebirge. Und komme zum Glück langsam davon weg. Ich bin kein erfahrener Reisender, kenne weder Mallorca noch Khao San, und habe keine Ahnung von Exotik, die definiert wahrscheinlich jeder für sich selbst.
Aber ich war vor kurzem mit meiner Frau sehr spontan in (Süd) Indien, in der heissesten Zeit, was man als klimagemäßigter Europäer ja tunlichst lassen sollte. Aber es ging eben nicht um Standardpauschaltourismus, Exotik, ausgetretene Pfade ablaufen und nur ja die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abklappern. Von denen haben wir am wenigsten mitgekriegt. Es ging darum, einfach mal das Land kennenzulernen, von dem ich vor Jahrzehnten schon mal geträumt habe, ohne damals eine Reise zu wagen. Und das Kennenlernen hat funktioniert, intensiv. Ich hatte keine Erwartungen oder nur solche, die sich auf Urlaub in Europa bezogen. Und das Leben in diesem so völlig fremden Land hat mich ziemlich durcheinandergewirbelt.
Und wir waren nie allein. Da waren immer die Inder. Mit denen wir auch in Kontakt kamen auf verschiedenste Weisen, persönlich, offiziell, als Tourist. Und manchmal waren wir selbst die Attraktion und haben für die einheimischen Touristen mit den Kindern für Erinnerungsphotos posiert als wären wir die Elefanten des Maharaja. Das sind Erlebnisse, die bleiben und prägen. Nichts Besonderes?
Und hin und wieder natürlich auch "westliche" Reisende jeder Couleur. Das mag ein Punkt sein, den man auch beachten sollte. Tourist ist nicht gleich Tourist, Reisender ist nicht gleich Reisender. Es gibt sicher große Unterschiede nach Alter, nach Herkunft, nach Interessen, die sich auf die Art auswirken, wie die Reise gestaltet wird, was erlebt wird und wie mit den Erfahrungen umgegangen wird. Und jemanden treffen, der schon einige Zeit unterwegs ist und wertvolle Tipps geben kann, ist unbezahlbar.
Ich kann mich vielen der Vorredner nur anschließen: die Fremde ist fremd und damit an sich interessant und aufwühlend. Das ändert sich auch nicht, wenn man dort Leute aus der eigenen Gesellschaft und Kultur trifft. Und ob Asien oder der Rest der Welt nichts Besonderes mehr ist? Das heißt doch, den Menschen dort ihre Eigenheiten, ihr eigenes Dasein und ihr Recht auf Entwicklung absprechen (ganz abgesehen davon, dass allein schon das Äußere anders ist: Klima, Landschaft, Tageslauf usw.). Und Tourismus ist eine sehr reale Entwicklung(smöglichkeit) für die Leute. Man kann nicht aus den Menschen und ihrem Leben ein Museum machen. Es wird mancherorts versucht, aber das funktioniert nicht. Und da entstehen eben auch solche ballermannesken Bereiche. Gibt es in Indien auch, aber der Rest des Landes, der ist groß und weit und ...
Aber ich war vor kurzem mit meiner Frau sehr spontan in (Süd) Indien, in der heissesten Zeit, was man als klimagemäßigter Europäer ja tunlichst lassen sollte. Aber es ging eben nicht um Standardpauschaltourismus, Exotik, ausgetretene Pfade ablaufen und nur ja die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abklappern. Von denen haben wir am wenigsten mitgekriegt. Es ging darum, einfach mal das Land kennenzulernen, von dem ich vor Jahrzehnten schon mal geträumt habe, ohne damals eine Reise zu wagen. Und das Kennenlernen hat funktioniert, intensiv. Ich hatte keine Erwartungen oder nur solche, die sich auf Urlaub in Europa bezogen. Und das Leben in diesem so völlig fremden Land hat mich ziemlich durcheinandergewirbelt.
Und wir waren nie allein. Da waren immer die Inder. Mit denen wir auch in Kontakt kamen auf verschiedenste Weisen, persönlich, offiziell, als Tourist. Und manchmal waren wir selbst die Attraktion und haben für die einheimischen Touristen mit den Kindern für Erinnerungsphotos posiert als wären wir die Elefanten des Maharaja. Das sind Erlebnisse, die bleiben und prägen. Nichts Besonderes?
Und hin und wieder natürlich auch "westliche" Reisende jeder Couleur. Das mag ein Punkt sein, den man auch beachten sollte. Tourist ist nicht gleich Tourist, Reisender ist nicht gleich Reisender. Es gibt sicher große Unterschiede nach Alter, nach Herkunft, nach Interessen, die sich auf die Art auswirken, wie die Reise gestaltet wird, was erlebt wird und wie mit den Erfahrungen umgegangen wird. Und jemanden treffen, der schon einige Zeit unterwegs ist und wertvolle Tipps geben kann, ist unbezahlbar.
Ich kann mich vielen der Vorredner nur anschließen: die Fremde ist fremd und damit an sich interessant und aufwühlend. Das ändert sich auch nicht, wenn man dort Leute aus der eigenen Gesellschaft und Kultur trifft. Und ob Asien oder der Rest der Welt nichts Besonderes mehr ist? Das heißt doch, den Menschen dort ihre Eigenheiten, ihr eigenes Dasein und ihr Recht auf Entwicklung absprechen (ganz abgesehen davon, dass allein schon das Äußere anders ist: Klima, Landschaft, Tageslauf usw.). Und Tourismus ist eine sehr reale Entwicklung(smöglichkeit) für die Leute. Man kann nicht aus den Menschen und ihrem Leben ein Museum machen. Es wird mancherorts versucht, aber das funktioniert nicht. Und da entstehen eben auch solche ballermannesken Bereiche. Gibt es in Indien auch, aber der Rest des Landes, der ist groß und weit und ...




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