Camino Francais: Es ist wirklich so schlimm

35.Tag: Sobrado de Monxes - Arzua: 23 km


Foto: Kloster von Sobrado bei Sonnenaufgang

Wir starteten mit dem Sonnenaufgang und der Nebel kündigte einen tollen, sonnigen Tag an. Kaum hatten wir die Mauern des Klosters hinter uns gelassen, fand ich 20 Euro auf dem Boden und unser Frühstück und nach weitere CCL (Die auf dem Caminoo übliche Abkürzung für Cafe con Lecce (-;). Nach einer Stunde schien die Sonne und nach zwei Stunden sahen wir zum ersten Mal ein Straßenschild mit der Aufschrift SANTIAGO. Direkt neben dem Schild kehrten wir in ein Cafe ein (außer Alan, den wir in Sobrado wieder getroffen hatten, der jedoch trotzdem Frühstück forFree weiter lief).


Foto: Alan. Santiago wir kommen...

Ganz gemütlich liefen wir weiter, lachten viel und genossen die Sonne. Um 12:00 Uhr kamen wir in Arzua an. Die Herberge öffnete jedoch erst um 13:00 Uhr. Also setzten wir uns auf den Bürgersteig vor der Herberge in die Sonne. Vor uns waren schon Alan und ein deutsches Pärchen angekommen. Doch innerhalb der nächsten halben Stunde erreichten Massen von Pilgern die kleine Strasse der Herberge und reihten ihre Rucksäcke akkurat an der Hauswand auf. Ich bin mir sicher, dass sich letztendlich an diesem Tag 90% Deutsche in der Herberge befanden. Und diese erfüllten mal wieder jedes Klischee. Wie schon so oft.

Um 20 vor eins, standen die ersten mit gesatteltem Rucksack, unübertrieben, die Nasenspitze zehn Zentimeter vor der Eingangstür. Dem ersten Pärchen folgten 30 weitere Pilger, die sich nun 20 Minuten lang vor der Tür drängelten. Sicher von der anderen Straßenseite schauten Phillippe und ich uns das Schauspiel an. Um eine Minute nach eins wurde das erste Mal empört gegen die Tür gehämmert. Bevor der Mop die Herberge gestürmt hätte, öffnete die Hospitalera die Herberge liess jedoch zunächst niemand rein. Sie machte die Leute darauf aufmerksam, dass es nach der Reihe gehen würde. Dann zeigte sie auf uns und ich trotete lächelnd und seelenruhig als Vierter in die Herberge.

Ein deutscher, schätzungsweise Mitte 60, war gerade angekommen und ergriff die Gunst der Stunde und ging mit mir an der Schlange vorbei in die Herberge. Doch es dauerte keine 5 Sekunde, da packte ihn ein kleiner, wildgewordener Italiener, der ihn wüst beschimpfte und aufforderte sich hinten anzustellen. Das das peinlich war, an einer Schlange von 80 Pilgern vorbei zu gehen und sich dann doch hinten anzustellen kann man sich sicher vorstellen.

Die Herberge war zwar neu, aber... die Hölle. Mit 50 Leuten in einem nicht besonders großen Saal. Das sollte ein Spaß werden. Das Städtchen Arzua ertrank am Nachmittag fast in Pilgern. Die Herberge war um 13:30 komplett ausgebucht gewesen. Herzlich willkommen auf dem Camino Francais.


Foto: Pilgermassen in Arzua

Am Abend gingen wir zu dritt Essen und ich aß zum ersten Mal in meinem Leben: Oktopus. Fantastisch. Ab diesem Zeitpunkt aß ich in den verbleibenden 4 Tagen bis zu meiner Heimreise noch 5 Mal Pulpo (also Oktopus). Die Nacht wurde erträglich, auch wenn meine Ohropax Höchstleistungen bringen mussten (-;

Check out my google maps...

Jakobsweg ¦ Galicien ¦ Camino del norte ¦ Arzua ¦ Camino francais

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Comments

Stuttgart
Ich habe einen Allzweck Rucksack, der mich schon bei...
Dieter (Gast) - 22. Jun, 13:00
Upps, Fehler, deshalb...
Upps, Fehler, deshalb nochmal: Naja, mit 1000€...
Sammy (Gast) - 13. Jun, 13:51
Naja, mit 1000€...
Naja, mit 1000€ kann man ja jetzt nicht unbedingt...
Sammy (Gast) - 13. Jun, 13:50

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