La Palma: Magische Momente


Der Motor röhrt. Immer wieder muss ich in den ersten Gang schalten, dass es unser Mietauto den Berg hinauf schafft. Es ist noch stockdunkel. Mittlerweile sind wir eine Stunde unterwegs.

Schon um halb sechs starteten wir in Richtung Roque de los muchachos - dem höchsten Punkt La Palmas um dort den Sonnenaufgang zu beobachten. Wie ich am Tag zuvor herausgefunden hatte, sollte die Sonne um 8:04 die ersten Lichtstrahlen nach La Palma schicken. In einem schier unendlichen Gewirr aus Serpentinen zuckeln wir mittlerweile schon seit 20 Minuten hinter einem kleinen Transporter hinterher. Langsam werde ich nervös, da die Zeit tickt und die Sonne mit Sicherheit nicht auf uns wartet. Endlich verschwindet der Transporter.

Jetzt geht es richtig aufwärts. Nicht dass es vorher nicht hoch gegangen wäre, doch jetzt ist der erste Gang Programm. Vollgas. Vollbremsung. Vollgas. Vollbremsung. Erst als ich merke, dass die Uhr im Auto eine Viertelstunde vor geht, gönne ich dem Motor und den Nerven meiner Begleiter eine Pause. Links von uns geht es teilweise senkrecht in die Tiefe. Der Himmel färbt sich langsam und die Bäume sehn aus wie riesige Schattenfiguren.
Immer höher führen uns die Serpentinen gen Himmel. Schon längst befinden wir uns über den Wolken. Doch nach jeder Kurve hinter der wir das Ziel erahnen folgt die nächste Steigung. Erst als wir die riesigen Teleskope der Sternwarte auf dem Roque erblicken, sind wir sicher: Wir schaffen es.

Um 7:55 Uhr schalte ich den Motor aus. Wie ein Sportler nach einem Marathonlauf schnaufte der Citroen nach, bis wir uns plötzlich in kompletter Stille befinden. Die kalte und frische Luft ist erst ungewohnt, dann angenehm. Schon ohne Anstrengung merkte man den Sauerstoffmangel auf den mittlerweile 2500 Metern Höhe.

In Mitte von rotem Vulkangestein und einer fantastischen Aussicht parken wir das Auto. Der Himmel hat sich mittlerweile in die bizzarsten gelb- und orange-Töne gefärbt und ändert sich von Minute zu Minute. Wie oft ich schon einen Sonnenaufgang gesehen habe, kann ich nicht sagen, doch, dass es immer wieder etwas ganz besonderes ist, weiß ich ganz bestimmt.
Der Anblick von Meer, vereinzelten Wolken unter uns, den schemenhaften Formen von Tenneriffa, La Gomera und El Hierro, sowie ein unbeschreibliches Farbenspiel verschafften mir wieder einen dieser magischen und unvergesslichen Momente die sich in mein Traveller-Herz einbrennen.

Pünktlich um 8:04 Uhr zeigt sich die Sonne. Wie ein Funke bei einem Streichholz tritt das Licht am Horizont empor. Mit jeder Sekunde wird es heller und die Farben des Himmels, der Wolken, der Steine und Felsen hinter uns verändern sich. Gebannt verfolgen wir den Aufstieg des riesigen Feuerballs und geniessen die Stille, die kalte Luft
und die ersten Sonnenstrahlen des Tages.

Wann hast du aufgehört an magische Momente zu glauben?

Video des Sonnenaufgangs findet Ihr hier ab Min 2:45...

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Jeanette (Gast) - 25. Okt, 15:06

Wow

Ich werd grad mal wieder so richtig grün vor Neid, weil ich das Alles wieder nur lesen darf, dabei war ich doch diejenige die euch die Uhrzeit gesagt hat ;-) Eigentlich ist es schon peinlich, dass ich noch keinen richtigen Sonnenaufgang erlebt habe...

mrpink - 25. Okt, 15:15

Da...

könntest du Recht haben...
jule (Gast) - 25. Okt, 15:49

... das war wirklich ein traumhafter moment. unglaublich!
auch wenn unsere thermoskanne dabei draufgegangen ist ;)

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BHW (Gast) - 9. Apr, 19:08
Beste Grüße
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chrisbo24 (Gast) - 7. Apr, 03:59
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BHW (Gast) - 30. Mrz, 08:09

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