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Stadt der Liebe wird zur Stadt der Fahrräder

Wer ohne lange Staus durch Paris kommen will, der macht es am besten wie die Touristen und geht zu Fuß oder nimmt die Metro. Denn eine Fahrt mit dem Auto kann zum stundenlangen nervigen Abenteuer werden. Bürgermeister Bertrand Delanoë will das ändern. Der von den Grünen unterstützte Sozialist überzieht die Stadt derzeit mit einem Netz von Radwegen und Verleihstationen für Fahrräder. Im Sommer soll das "Velib“-Netz fertig sein. Insgesamt 1450 automatische "Velib“-Verleihstationen für 20 600 Fahrräder lässt er in der Stadt aufbauen, durch die sich über 370 Kilometer Radwege ziehen. Im Zentrum soll dann jeder im Umkreis von 100 Metern eine Velib-Station finden.

Man fährt, wohin man will, und gibt das Fahrrad an der Station nahe seines Zielorts ab. Gezahlt wird mit Kreditkarte an einer Verleihsäule oder über eine eigene "Velib“-Karte, die man über das Internet aufladen kann. Auf den robusten Mercier-Rädern aus Ungarn mit großem Korb vor dem Lenker soll man in weniger als einer halben Stunde durch die ganze Zwei-Millionen-Stadt kommen. Denn Paris ist mit 112 Quadratkilometern flächenmäßig nur so groß wie Emden mit 52 000 Einwohnern und nicht einmal halb so groß wie Frankfurt am Main. Es ist allerdings umgeben von einem 15 000 Quadratkilometer breiten Städtebrei außerhalb der Ringstraße „Boulevard Périphérique“.

Mit einem "Velib“-Jahresabo für 29 Euro kann man so viele Touren machen, wie man will. Die Tagesgebühr ist mit einem Euro auch erschwinglich. Allerdings wird es für Touristen, die längere Radbummel machen wollen, schnell teurer. Denn wenn eine Fahrt länger als 30 Minuten dauert, werden Extragebühren fällig, und zwar progressiv. Die dritte halbe Stunde kostet schon vier Euro Aufschlag. Wer also einen ganzen Tag lang durch die Stadt streifen will, sollte alle halbe Stunde eine "Velib“-Station ansteuern und das Rad wechseln.

Tolle Idee. Das sollte es in deutschen Großstädten auch geben.

reference: sueddeutsche.de

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