Geheimtipp und frischer Fisch

Zwei Tage zuvor teilten wir uns einen Platz mit einer norwegischen Familie. Ein Vater verbrachte mit seinem Sohn und einer Freundin des Sohnes ein Wochenende in der Natur: Was ich sehr cool finde. (By the way: Norwegen liegt genau auf der anderen Seite des Seengebietes. Also von diesem Platz aus, ungefähr 2 Std entfernt.) Während die Teenies noch schwimmen waren, machten wir es uns mit dem Norweger am Feuer gemütlich. Er hatte noch ausreichend kühles Bier und lud uns ein. Wir plauderten über Gott und die Welt und aßen ein „reines Welt Steak“ (für das wir Mittags, 8km gelaufen waren!). Im Laufe des Abends erzählte er uns von einem Autofriedhof auf der norwegischen Seite. Zwei verrückte Typen hätten in der 50ern angefangen Autos zu sammeln und die im Wald zu horten. Er wusste jedoch nur ungefähr wo sich der Platz befinde und in der Bierlaune vergaßen wir dann auch detaillierter nachzufragen.

Zwei Tage später paddelten wir die norwegische Seite entlang. An einem Steg, meinten wir scherzhaft, dass das doch vielleicht die Stelle sein könnte. Wir beschlossen 20 Minuten in den Wald rein zulaufen und falls wir nichts fänden wieder umzukehren. Bei hochsommerlichen Temperaturen war der Spaziergang durch den Wald eine willkommene Abwechslung. Wie es der Zufall so wollte, oder besser: aufgrund unseres Spürsinns fanden wir den Autofriedhof tatsächlich. Nach einer viertel Stunde sahen wir die ersten Autos und waren sofort begeistert.


Geheimtipp Autofriedhof


Spaß auch an Land

Man konnte erkennen, dass zuerst die Autos da waren und der Wald praktisch außen herum gewachsen ist. Autos wie aus alten James Dean Filmen, alte Bullies, Traktoren, Laster, große Busse - und alles gestapelt. Teilweise türmten sich vier, fünf Autos übereinander vor uns auf. Mit offenem Mund kämpften wir uns durch das Dickicht und hatten einen riesigen Spaß mit den alten Fahrzeugen. Nach unserer Schätzung befinden sich an die 800 Autos auf dem Gelände. Wir verbrachten mehr als drei Stunden auf dem alles andere als gruseligen Friedhof. Auf dem Rückweg zum Kanu freuten wir uns wie kleine Kinder: Einmal über das tolle Erlebnis, aber andererseits auch, dass wir über einen Geheimtipp an so einen einzigartigen Ort gefunden hatten. Da schlugen unsere Travellerherzen natürlich höher.


Ein unvergesslicher Tag

Nachdem wir wieder in See gestochen waren, dauerte es nicht lange, bis wir auch schon einen geeigneten Übernachtungsplatz gefunden hatten. Ich genoss lesend die Nachmittagssonne in der Hängematte, während Stefan sich ein paar Jungs und Mädels anschloss, die wir auf Bäron kennen gelernt haben, um endlich in die Kunst des Angelns eingeweiht zu werden.

Der Plan war eigentlich am Abend mit der Gruppe Party zu machen, doch als Stefan zurückkam begrüßte er mich breit grinsend mit den Worten: „Das mit der Party wird heute wohl nichts.“ Angel-Amateur Stefan hatte vier Fische gefangen und alle Anderen gar keinen. Großzügig hat er zwei seiner Fische abgegeben, jedoch auch zwei fette Brocken im Eimer für uns dabei.


Unser erster Fang

Nach acht Tagen hatten wir endlich mal was gefangen. Stefan nahm die Fische aus und ich füllte sie mit einer schmackhaften Füllung aus Zwiebeln und Kräutern. Dazu gab`s Reis und eine feurige Soße mit Pilzen. Ein wahres Festmahl. Bei einem beeindruckenden Sonnenuntergang verspeisten wir den Fang, den wir über dem offenen Feuer gebraten hatten. Ein unvergesslicher Tag.

mehr Fotos gibt es auf www.flickr.com
Klaus (Gast) - 25. Okt, 12:41

Wunderschönes Bild

Der See im Abendrot ist traumhaft schön. Wisst ihr denn wenigstens, was es für Fische waren? Sieht aber gut aus. Und wird sicherlich auch geschmeckt haben.

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wtsspencer (Gast) - 29. Jun, 10:48
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